Kapitel 2: Handlungsfeld Naturschutz und Biodiversität

N01: Etablierung und Erhalt von Habitatverbundsystemen und Schutzgebieten

Es wird stärker als bisher darauf hingearbeitet, dass im Landkreis ein Netz aus Lebensräumen entsteht und gleichzeitig ausreichend große Schutzgebiete als Rückzugsräume für geschützte Tiere und Pflanzen vorhanden sind.

Die „Vernetzung“ von Lebensräumen („Habitaten“) ist seit jeher ein wichtiges Ziel des Naturschutzes. Durch den Klimawandel gewinnt es nun zusätzlich an Bedeutung. So können Amphibien zum Beispiel, wenn ihr Laichgewässer austrocknet, nur dann auf andere Gewässer ausweichen, wenn dazwischen ausreichend feuchte und nicht durch Straßen unterbrochene Bereiche eine solche Wanderung ermöglichen. Gleichzeitig sind große, zusammenhängende Schutzgebiete notwendig, um sensiblen Arten bei extremen Wetterlagen Schutz zu bieten. Angesichts zunehmender Dürren werden langfristig Tier- und Pflanzenarten dauerhaft in klimatisch günstigere Gebiete abwandern müssen. Auch für solche Bewegungen ist eine ausreichende Vernetzung von Biotopen wichtig.

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Kai Behncke

ID: 5 17.09.2020 12:16

Eine hohe Biodiversität und Habitatvernetzung ist vermutlich nur durch einen sehr hohen Einsatz von BürgerInnen und Naturschutzgruppen möglich. Hier würde ich mir eine Änderung der (prinzipiell sehr gut arbeitenden) Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück wünschen. Aktuell ist es so, dass Projektförderungen (in der Regel werden ja Projekte ehrenamtlich umgesetzt) zu Beginn eines Projektes anteilig ausgezahlt werden und erst zum Abschluss des Projektes die finale Fördersumme gezahlt wird. Im Rahmen des Projektes "Blumiger Landkreis Osnabrück" bedeutet das z.B., dass wir einen hohen Eigenanteil aufgebracht, sehr viel Arbeit im Ehrenamt umgesetzt haben und zudem privat einen vierstelligen Betrag ausgelegt haben, der erst nach Abschluss des Projektes gezahlt wird. Konkret bedeutet das, dass man, als Naturschutzgruppe, es "sich zweimal überlegt" ob man ein Projekt in die Wege leitet. Um noch konkreter zu werden: Wir haben aktuell ein Projekt "500 Aktiv für Arten- und Klimaschutz im Landkreis Osnabrück" in Planung (Gesamsumme irgendwo bei 120.000 Euro). Eine Förderung haben wir bei unterschiedlichen Stiftungen eingereicht. Zudem bringen wir 18500 Euro Eigenanteil und sehr sehr viel "unbaren" Eigenanteil (Ehrenamt) ein. Da verschiedene Stiftungen ihre Komplett-Fördersumme erst nach Abschluss eines Projektes zahlen, wird das bedeuten, dass wir privat mindestens noch einmal mindestens 10.000 Euro auslegen müssen. Wer kann das schon leisten?? Ich würde mir ein "Punktesystem" wünschen. Wer schon einmal ein (größeres) Projekt erfolgreich umgesetzt hat (sich also "bewiesen hat") der bekommt dann auf Vertrauensbasis ggf. eine Komplettförderung ausgezahlt (auch vor Ende eines Projektes), da die Teilauszahlungen leider dazu führen, dass man zuweilen garnicht erst aktiv wird (wer will schon privat das Risiko zahlen?). Eine Anregung von hier...